Ernährungsaspekte
Durch die Verringerung des Hungergefühls und die Steigerung des Sättigungsgefühls führen GLP-1-Medikamente häufig zu einer geringeren Gesamtaufnahme von Nahrungsmitteln. Obwohl die Evidenz in diesem Bereich noch im Aufbau begriffen ist, zeigen die verfügbaren Daten, dass GLP-1-Medikamente die Kalorien- (Energie-)Aufnahme um etwa 16 % bis 39 % senken (25). Dies kann die Deckung des Nährstoffbedarfs erschweren, insbesondere wenn die Ernährungsvielfalt eingeschränkt ist. Daher ist die Aufrechterhaltung der Ernährungsqualität (d. h. wie ausgewogen eine Ernährungsweise ist) von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass der Nährstoffbedarf trotz reduzierter Kalorienaufnahme gedeckt wird (1).
Eine Querschnittsstudie an Erwachsenen, die GLP-1-Medikamente einnahmen, zeigte weit verbreitete Nährstoffmängel: Bei über 90 % wurden die empfohlenen Zufuhrmengen für wichtige Mikronährstoffe wie Vitamin D, Kalium und Cholin nicht erreicht (25).
In einer Studie wurden bei 13 % der Patienten innerhalb von 6 Monaten und bei 22 % innerhalb von 12 Monaten nach Beginn der Einnahme von GLP-1-Medikamenten Nährstoffmängel diagnostiziert – der häufigste Mangel betraf Vitamin D (26). Dies könnte zum Teil darauf zurückzuführen sein, dass die Betroffenen weniger vitamin-D-reiche Lebensmittel zu sich nehmen.
Eine zunehmende Sorge bei Menschen, die GLP-1-Medikamente einnehmen, ist, dass diese die fettfreie Körpermasse, einschließlich der Muskelmasse, verringern können.