girl applying cream to skin

Hautgesundheit

Dieser Inhalt wurde von Anna Daniels, registrierte Ernährungsberaterin und Sprecherin der British Dietetic Association, überprüft.

Hautgesundheit und Zucker 

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie ist die erste Abwehrschicht und ein wichtiges Organ unseres Immunsystems, das den Körper vor äußeren Einflüssen schützt. Die Haut ist wichtig für die Produktion von Vitamin D, welches für gesunde Knochen unerlässlich ist, sowie ein bedeutender Indikator für den allgemeinen Gesundheitszustand (zum Beispiel können Hautausschläge ein Anzeichen für Infektionen sein).

Dieser Artikel konzentriert sich auf Hautalterung und Akne.

Hautalterung

Die meisten Menschen werden mit gesunder und elastischer Haut geboren. Mit der Zeit fällt es unserem Körper im Rahmen des Alterungsprozesses immer schwerer, Hautschäden zu reparieren und die Elastizität der Haut zu erhalten. Die Hautalterung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Dieser komplexe Prozess wird nicht nur von inneren Faktoren (z.B. Genetik) und dem Alter beeinflusst, sondern auch von äußeren Umweltfaktoren, insbesondere ultravioletter Sonnenstrahlung (1,2). 

Faktoren, die die Hautalterung beeinflussen, sind (2-4):
• Genetik
• Hormonelle Veränderungen
• Entzündungen
• UV-Strahlung 
• Rauchen
• Ernährung und Lebensstil (einschließlich körperlicher Aktivität, Alkoholkonsum und Schlaf)
• Umweltverschmutzung
 

Bearded man looking at wrinkes

Warum bilden sich Falten?

Kollagen und Elastin sind wichtige Proteine, die der Haut Struktur und Elastizität verleihen. Mit zunehmendem Alter nimmt die natürliche Produktion dieser Proteine ab. Aufgrund verschiedener weiterer Faktoren (einschließlich der oben genannten) kommt es zu einer Anhäufung von Schäden. Dies führt zu einer verminderten Hautelastizität und zur Bildung von Falten (3).

Verminderte Hautelastizität

Zu den Prozessen, die zum Abbau von Kollagen und Elastin sowie zu deren Funktionsverlust führen können, gehören (3):

  • Altersbedingter Rückgang der Kollagen- und Elastinproduktion und verminderte Reparatur der Hautzellen,
  • Zunahme der Enzyme, die für den Abbau von Kollagen und Elastin verantwortlich sind (Enzyme sind Substanzen, die die chemischen Reaktionen im Körper beschleunigen),
  • Bildung von Advanced Glycation Endproducts (AGEs), die Kollagenfasern vernetzen können, wodurch diese steif und weniger elastisch werden,
  • Schäden durch chronische Entzündungen.
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Kann Zucker Falten verursachen?

Es gibt keine Beweise dafür, dass der Verzehr von Zucker das Auftreten von Falten verursacht. Einige Beobachtungsstudien, die den Zusammenhang zwischen Hautalterung und Ernährungsqualität untersucht haben, haben festgestellt, dass eine ausgewogene Ernährung (z. B. eine Ernährung, reich an natürlichen Lebensmitten) mit weniger Falten in Verbindung gebracht werden kann [z. B. (5,6)]. Eine ausgewogene Ernährung ist zwar wichtig für die allgemeine Gesundheit der Haut, aber diese Studien konnten nicht nachweisen, dass die Ernährung speziell vor Falten schützt (d. h. diese Studien können keinen Kausalzusammenhang nachweisen, bei dem ein Faktor einen anderen verursacht). Andere Faktoren (wie die Genetik und das gesundheitsbewusste Verhalten der Studienteilnehmer, z. B. Rauchabstinenz oder guter Sonnenschutz) können die Ergebnisse ebenfalls beeinflusst haben (5,7).

Advanced Glycation Endproducts (AGEs)

AGEs ist die Bezeichnung für Proteine oder Fette, die glykiert wurden (sich mit einem aus Kohlenhydraten stammenden Molekül verbunden haben). AGEs können sich in allen Körperzellen bilden, und obwohl dies ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses ist, kann eine übermäßige Ansammlung von AGEs die Elastizität der Haut beeinträchtigen und sichtbare Zeichen der Hautalterung beschleunigen (3).

 In den Medien wird die Rolle von Zucker in der Ernährung bei der Glykation der Haut oft überbewertet. Kohlenhydratverbindungen spielen zwar eine Rolle bei der Glykation, es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Zucker (die Saccharose, nicht vergleichbar mit dem Glukosespiegel im Blut) bei gesunden Menschen zu einer Zunahme von Hautfalten führt. Der Blutzuckerspiegel wird streng reguliert, da unser Körper eine konstante Versorgung benötigt, um normal zu funktionieren. Bei gesunden Menschen werden kleine Hoch- und Tiefpunkte im Blutzuckerspiegel (z. B. durch eine Mahlzeit oder nächtliches Fasten) durch die Wirkung von Hormonen innerhalb eines normalen, gesunden Bereichs gehalten.  

measuring blood sugar levels

Welchen Einfluss hat der Blutzuckerspiegel auf Falten?

Verschiedene Studien konnten einen Zusammenhang zwischen anhaltender Hyperglykämie (einem ungewöhnlich hohen Blutzuckerspiegel) und erhöhten AGEs feststellen (8,9). Ein fundamentales Missverständnis in Diskussionen über Hautgesundheit ist die direkte Gleichsetzung von Zucker (Saccharose) mit dem Blutzuckerspiegel (Glukose). In Wirklichkeit werden die Glukosespiegel im Blut durch Insulin und andere Hormone innerhalb eines physiologischen Bereichs reguliert – dies geschieht auch nach dem Verzehr von Kohlenhydraten (10,11). Nur bei anhaltender Hyperglykämie, wie beispielsweise bei unkontrolliertem Diabetes, bleibt der Blutzuckerspiegel chronisch erhöht (8) – was zu erhöhten Formation von AGEs führt und die Hautalterung möglicherweise beschleunigen kann (9,12). Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um den Zusammenhang zwischen Diabetes, AGEs und Hautfalten zu verstehen. Bei gesunden Menschen scheint ein geringer, vorübergehender Anstieg des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten kein Risiko darzustellen (13,14).

Was sagen die Experten?

Bis heute ist keine unabhängige nationale oder internationale Beratungsstelle oder wissenschaftliche Forschungsorganisation [wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die US-amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde (FDA) oder das Nationale Institut für Altersforschung (NIA)] zu dem Schluss gekommen, dass Zucker Falten oder Hautalterung verursacht. Tatsächlich sind sich Hautpflegeexperten weltweit einig, dass Alter, Genetik und die Einwirkung von Faktoren wie Sonnenlicht und Rauchen den größten Einfluss auf die Hautalterung haben (1–3,8).


Akne

Akne ist eine der weltweit häufigsten Hauterkrankungen und tritt aufgrund hormoneller Veränderungen häufig in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter auf (15). Akne entsteht, wenn winzige Öffnungen in der Haut, sogenannte Haarfollikel, verstopft werden. Diese Verstopfungen verursachen Pickel, fettige Haut und fühlt sich manchmal heiß an oder reagiert bei Berührung empfindlich. Akne tritt am häufigsten im Gesicht auf, kann aber auch den Rücken und die Brust betreffen (16).

Es gibt vier Hauptfaktoren, die bei der Entstehung von Akne eine Rolle spielen (15):

•    Überschüssiger Talg (von den Drüsen in der Haut produziertes Öl), der durch Hormone gesteuert wird,
•    Veränderungen in der Aktivität der normalerweise harmlosen Hautbakterien Cutibacterium acnes,
•    Die Zellen der Hautfollikel werden nicht normal auf die Hautoberfläche abgestoßen,
•    Entzündungen.

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Was verursacht Akne?

Die Ursachen von Akne sind noch nicht vollständig geklärt, und es gibt viele Mythen und Missverständnisse über diese Erkrankung (16). Es wird angenommen, dass Akne am häufigsten aufgrund von Veränderungen des Hormonspiegels auftritt, insbesondere während der Pubertät. Es gibt Hinweise darauf, dass die Genetik auch eine entscheidende Rolle spielen kann. Der Unterschied in der Anzahl der von Akne betroffenen Menschen in westlich geprägten Gesellschaften im Vergleich zu nicht-westlich geprägten Gesellschaften deutet jedoch darauf hin, dass auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Aufgrund der Komplexität von Akne ist eine einfache Erklärung, dass Akne durch einen einzigen Umweltfaktor „verursacht” wird, unwahrscheinlich.

Faktoren, die bei Akne eine Rolle spielen können

Es wird vermutet, dass folgenden Faktoren eine Rolle bei Akne spielen (17):


•    Genetik
•    Hormone
•    Die Haut- und Darmflora
•    Stress
•    Luftverschmutzung
•    Aggressive Hautprodukte
•    Medikamente
•    Ernährung und Lebensstil
 

Können bestimmte Kohlenhydrate in der Ernährung Akne verursachen?

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne wird seit vielen Jahren intensiv diskutiert, und es ist immer noch unklar, welchen Einfluss die Ernährung auf das Auftreten von Akne hat. Die Belege für einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne stammen hauptsächlich aus Beobachtungsstudien, in denen eine Kausalität (ein Faktor verursacht einen anderen) schwer nachzuweisen ist. Obwohl immer noch in der Diskussion, gibt es zunehmend Belege für einen Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit hohem glykämischen Index (GI) und Akne. In begrenzten Beobachtungs- und klinischen Studien wurde ein Zusammenhang oder eine Verbesserung der Akne-Symptome festgestellt, wenn Personen in ihrer Ernährungsweise Kohlenhydrate mit einem niedrigen GI oder einer niedrigen glykämischen Last (GL) wählten (15,18). Die Beweise sind jedoch widersprüchlich und meist von geringer Qualität (19-21).

Der GI gibt an, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel beeinflusst, wenn es allein verzehrt wird. Kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die vom Körper schnell abgebaut werden und einen schnelleren Anstieg des Blutzuckerspiegels verursachen, haben einen hohen GI-Wert. Beispielsweise haben Lebensmittel wie Weißbrot, gekochte Kartoffeln und weißer Reis einen hohen GI, während Vollkornprodukte, die meisten Obst- und Gemüsesorten, Bohnen und Linsen einen niedrigeren GI aufweisen. Zucker selbst hat einen mittleren GI. Die GL ist ein Maß, das die Kohlenhydratmenge in einer Portion eines Lebensmittels zusammen mit der Geschwindigkeit, mit der es den Blutzuckerspiegel erhöht (GI), berücksichtigt.


Wie bereits erwähnt, wird der Blutzuckerspiegel hormonell streng reguliert, und die kleinen, kurzzeitigen Blutzuckerspitzen, die nach dem Verzehr kohlenhydratreicher Lebensmittel auftreten, sind Teil eines normalen physiologischen Prozesses (22). Es wird vermutet, dass eine Ernährung mit niedrigem GI/GL einen positiven Einfluss auf einige der Hormone hat, von denen angenommen wird, dass sie eine Rolle bei der Entstehung von Akne spielen. Es sind allerdings weitere Untersuchungen erforderlich, um die potenziellen Mechanismen vollständig zu verstehen (15). Für eine ausgewogene Ernährung ist es jedoch wichtig, sich nicht nur auf den GI/GL zu konzentrieren, da nicht alle Lebensmittel mit niedrigem GI/GL eine geeignete Wahl sind (einige Lebensmittel mit niedrigem GI/GL, wie fettreiche Desserts oder Snacks, sind reich an gesättigten Fetten, aber arm an Vitaminen und Mineralstoffen (23)). Kohlenhydrate allein (einschließlich Zucker) sollten nicht isoliert betrachtet werden – die gesamten Ernährungsgewohnheiten sind wichtiger.

Daher empfehlen die aktuellen Ernährungsrichtlinien nicht allgemein eine Ernährung mit niedrigem GI/GL, sondern konzentrieren sich vielmehr auf ausgewogene Ernährungsgewohnheiten mit Schwerpunkt auf Vollkornprodukten, magerem Eiweiß, fettem Fisch, Obst und Gemüse.
 

Ask the expert

Was sagen die Experten?

Zucker und einige zuckerhaltige Lebensmittel wie Schokolade und zuckerhaltige Getränke werden in den populären Medien manchmal mit der Entstehung von Akne in Verbindung gebracht. Es fehlen jedoch wissenschaftliche Belege dafür. Es gibt keine Beweise, dass eine Reduzierung oder Eliminierung von Zucker zu einer Verringerung von Akne führt. Tatsächlich sind sich das britische National Institute for Health Care Excellence, die British Association of Dermatologists und die American Academy of Dermatology einig, dass die Ernährung derzeit nicht als primäre Behandlung von Akne angesehen werden kann und die Beweise für spezifische Ernährungsinterventionen nach wie vor unzureichend sind (19-21). Es sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die komplexe Natur der Akne und die vielen genetischen, hormonellen und umweltbedingten Faktoren zu verstehen, die bei ihrer Entstehung eine Rolle spielen.

Es gibt keine schlüssigen Beweise dafür, dass Zucker Falten oder Akne verursacht. Für eine optimale Hautgesundheit empfehlen Experten weiterhin eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung (mit Schwerpunkt auf eine Ernährung, reich an natürlichen Lebensmitten), eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und einen gesunden Lebensstil – einschließlich ausreichenden Schlafs, Stressabbau, gutem Sonnenschutz, Verringerung der Belastung durch Luftverschmutzung und Verzicht auf Rauchen (3,24,25).

Referenzen

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  8. Chaudhuri J, Bains Y, Guha S, Kahn A, Hall D, Bose N, et al. The role of advanced glycation end products in aging and metabolic diseases: bridging association and causality. Cell Metab. 2018 Sep 4;28(3):337–52. 
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